31. Hanse Rendezvous – Der Laden brummt

Das Theater im Zimmer, eine klassizistische Villa aus dem Jahre 1829, gehörte lange Zeit zu einem der bekanntesten Privattheater Hamburgs. Nach längerer Umbauphase und Umstrukturierung des Hauses finden hier seit letztem Jahr wieder regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. So auch gestern Abend: Bei der exklusiven Netzwerkveranstaltung Hanse Rendezvous tauschten sich rund 100 Kulturschaffende aus den Bereichen Musik, Film und Theater in ungezwungener Atmosphäre über die aktuelle Lage der Hamburger Kulturlandschaft aus. Einen ersten Impuls für alle Teilnehmenden lieferte der Bühnentalk, der von Hanse-Rendezvous-Initiator Lars Meier moderiert wurde. Jack F. Kurfess (Kaufmännischer Direktor der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft), Gitta Jauch (Geschäftsführerin Gitta Uhlig Casting) und Johanna Christine Gehlen (Schauspielerin) debattierten darüber, wie die Hamburger Kultur vom Wirtschaftsboom in der Hansestadt profitieren kann.

Die Talkgäste waren sich einig, dass eine positive Veränderung in der Hamburger Kulturlandschaft wahrzunehmen ist. „Ich hab das Gefühl, dass das Bewusstsein für Hamburg als Filmstandort wieder steigt und habe mich damals bewusst gegen Berlin und für Hamburg entschieden“, erklärte Gitta Jauch. Dennoch gäbe es einen durchaus hohen Kostendruck. „Die Budgets werden immer weniger, obwohl gleichzeitig mehr erwartet wird, wie ein Film auszusehen hat“, führte sie weiter aus.

Johanna Christine Gehlen bestätigte den Eindruck eines herrschenden Kostendrucks in der Kulturszene: „Viele Kollegen haben dem Subventionstheater irgendwann den Rücken zugekehrt und sind aus finanziellen Gründen zum Film gegangen.“

Letztendlich sei aber gerade in der Hansestadt mit ihren 50 Theatern eine sehr lebendige Kultur zu finden. „Die Kulturbesuche haben seit der Eröffnung der Elbphilharmonie durchaus zugenommen. Der Laden brummt – und damit meine ich nicht nur unser Konzerthaus, sondern die ganze Stadt“, ergänzte Jack F. Kurfess. Darin sieht der kaufmännische Direktor der Elbphilharmonie auch eine große Chance für den Film: „Die Filmemacher sollten mehr Mut haben, Hamburg zum Mitwirkenden, also zum dritten Hauptdarsteller zu machen.“

Abschließend waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, dass es in der Kulturszene auch in einer wirtschaftlich florierenden Stadt nicht ohne harte Arbeit geht: „Egal ob Musiker oder Schauspieler – Disziplin und Glück gehören in der Branche einfach dazu. Ich rate daher allen Künstlern, stets weiterzumachen und nicht aufzugeben“, fasste es Gitta Jauch zusammen.

Im Anschluss an den Kulturtalk nutzten viele der Gäste die sogenannte „Kulturkiste“: Auf einer kleinen Bühne wurden hier eigene Erfahrungen und persönliche Highlights aus der Kulturszene geteilt.

Zum Abschluss des Abends durften sich die Teilnehmer außerdem über eine traditionelle „Gute-Nacht-Tasche“ freuen, mit der sie die hanseatische Stadtvilla beschwingt verließen.

 

Die Bilder des Abends können hier auf Facebook angeschaut werden.

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