Achter N Klub fordert Umdenken in der Hamburger Nachhaltigkeitspolitik!

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Hamburg, 22. Februar 2011 – Wie viel Potenzial Hamburg im Bereich nachhaltigen Engagements besitzt,  zeigte wieder einmal der N Klub, der seit 2009 Interessierte und Aktivisten in diesem Bereich versammelt.

Auch gestern trafen sich auf Einladung von Buchautor und Moderator Tobias Schlegl, Greenpeace Energy-Vorstand Robert Werner und Viva con Agua-Gründer Benjamin Adrion wieder rund 110 Gäste bei E-COLLECTiON in der HafenCity Hamburg zur nunmehr achten Ausgabe des Nachhaltigkeitsforums N Klub, um ihr Wissen und ihre Ideen auszutauschen.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete die Rede des N-Klub-Initiators Lars Meier, der auf die kommende Hamburger Auszeichnung für nachhaltiges Engagement, den N Preis, hinwies. Mit diesem Preis wird im September 2011 erstmals ein junges und erfolgversprechendes Unternehmen oder Projekt ausgezeichnet werden, das maximal zwölf Monate besteht und sich durch nachhaltiges Wirtschaften oder Engagement auszeichnet. Der N Klub Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Benjamin Adrion, Gründer des gemeinnützigen Vereins Viva con Agua de St. Pauli, verbreitete in seiner Begrüßungsrede Aufbruch Stimmung: „Wir sind das Volk. Wir sind der Fortschritt! Wir sind die Veränderung!“ Eine Anspielung auf den Wechsel, der die Bürgerschaftswahl 2011 am letzten Sonntag in Hamburg mit sich gebracht hat, aber auch auf die Proteste in den afrikanischen und arabischen Ländern, wo sich mutige Demonstranten gegen die Ungerechtigkeiten ihrer Regime zur Wehr setzen. In Benjamin Adrions Augen zeigt dies wieder einmal: „Revolution ist machbar, Frau Nachbar!“.

Beim beliebten N Klub-Format „100 Sekunden“, bei dem ausgewählte Sprecher die Möglichkeit erhalten aktuelle Themen und Projekte vorzustellen, wurden den Gästen interessante Impulse für weiterführende Gespräche  geben.

Als erster ergriff Florian Hempel von E-COLLECTiON & E-MOBiLiTY das Wort und gab Einblicke in die zwei eigenständigen Geschäftsbereiche des Lübecker Unternehmens o.m.t  GmbH. E-COLLECTiON setzt sich mit LED Lichtplanung und autarker Energieversorgung auseinander, während  sich bei E-MOBiLiTY alles rund um das Thema Elektromobilität und deren neueste Entwicklungen dreht. „Wichtig ist uns, leichte und umsetzbare Konzepte und Produkte zu entwickeln, die Lebensqualität schaffen und den Umweltschutz fördern“, so Florian Hempel.

Als nächstes nutzte Lisa Speck von dem Projekt „Fair Trade Stadt Hamburg“ Ihre 100 Sekunden, um Ihr Engagement darzulegen. Hamburg hat sich um den Titel Fair Trade Stadt bei TrainsFair e.V. beworben, welcher im Mai verliehen werden soll. Ziel sollte es sein, Aktivitäten rund um das Thema Fair Trade zu bündeln, das Bewusstsein der Menschen zu stärken und den Absatz der Fair Trade Produkte zu steigern. „Hamburg kann und muss mehr!“, lautete ihr Aufruf nicht nur an die Bürger, sondern insbesondere auch an die Politik und die Wirtschaft.

Ulrich Brehmer von der Handelskammer Hamburg legte den Zuhörern in seinen 100 Sekunden die Umweltpartnerschaft Hamburg dar. Die vor 8 Jahren gegründete Umweltpartnerschaft richtet sich an Hamburger Unternehmen und will freiwilligen Umweltschutz im Sinne der Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie initiieren. Ziel sei es bis 2013, bis zu 1.000 Unternehmen für die Umweltpartnerschaft zu gewinnen. Die Partnerschaft stellt laut Ulrich Brehmer für alle Unternehmen eine reine „Win-Win-Win-Situation dar!“.

Als letzter ans Mikrofon trat Lukas Borkowski, Mit-Initiator des „Fairmob 2011“, um sein Projekt zu präsentieren. Seine Einstiegsfrage: „Warum denkt man immer nur an sich? Warum nicht an die anderen?“ Mit dem „Fairmob 2011“, der am 5. März in ausgewählten Städten stattfindet, möchten Studenten der Leuphana Universität Lüneburg soziale Verantwortung übernehmen und auf nachhaltigen Konsum aufmerksam machen. Nachhaltigkeitsbewusste und veränderungswillige Menschen sollen zum Einkaufen in einem gezielt ausgewählten Fair Trade Geschäft in Ihrer Stadt mobilisiert werden. Der Erlös der Aktion kommt einem von dem Lüneburger Entwicklungshilfenetzwerk „International Non-Profit-Network (INPN)“ betriebenen Mikrokreditprojekt zugute.

Zu den Gästen des 8. N Klub zählten unter anderem Katharina Fegebank (Landesvorsitzende der GAL), Max Schön (Präsident der Deutschen Gesellschaft Club of Rome), Manfred Braasch (Geschäftsführer B.U.N.D Landesgeschäftsstelle Hamburg), Cord Wöhlke (Geschäftsführer Iwan Budnikowsky), Dr. Detlev Repenning (geschäftsführender Gesellschafter E-COLLECTiON) Stefan Gehrke (Marketing und Vertrieb Bios GmbH), Thomas Effenberger (Geschäftsführer Effenberger Vollkornbäckerei), Benedikt Pliquett (Torwart FC St. Pauli von 1910 e.V.) und Ingo Pohlmann (Musiker).

Kurzinfo N Klub

Vier Mal im Jahr erhalten die Gäste aus den Bereichen Politik, Show, Gesellschaft, Mode, Wirtschaft und Sport beim N Klub die Gelegenheit bekommen, ihr Wissen und ihre Ideen zum Thema Zukunftsfähigkeit auszutauschen und gemeinsam voranzutreiben. Im Fokus steht dabei nicht der erhobene Zeigefinger, sondern vielmehr die Förderung des Austauschs untereinander, insbesondere branchenübergreifend. Es soll nicht angeklagt, sondern aufgerüttelt werden, damit gemeinsam etwas bewegt werden kann!

Nachhaltigkeit kann auch durch Zukunftsfähigkeit erklärt werden und setzt ein Handeln voraus, das bestimmt wird vom Einklang der Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziologie. Eine Vielzahl von Firmen hat bereits erkannt, wie wichtig es ist, ihren unternehmerischen Einfluss verantwortungsvoll zu nutzen und einen Beitrag zum nachhaltigen Verhalten in der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft zu leisten.