N Klub Gastgeber Robert Werner kritisiert Wirtschaftssenator Frank Horch!

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Wie viel Potenzial Hamburg im Bereich nachhaltigen Engagements besitzt, zeigte wieder einmal der N Klub, der seit 2009 Interessierte und Aktivisten in diesem Bereich versammelt.

Auch gestern trafen sich auf Einladung von Buchautor und Moderator Tobias Schlegl, Greenpeace Energy-Vorstand Robert Werner und Viva con Agua-Gründer Benjamin Adrion wieder rund 100 Gäste in der Kantine des Deutschen Schauspielhauses zur nunmehr neunten Ausgabe des Nachhaltigkeitsforums N Klub, um ihr Wissen und ihre Ideen auszutauschen.

Gleich zum Auftakt hagelte es Kritik seitens des N Klub Gastgebers und Greenpeace Energy-Vorstandes Robert Werner an der hamburgischen Energiepolitik. Während Frank Horch als Präses der Handelskammer Hamburg noch im letzten Jahr die Vorzüge der Laufzeitverlängerung der CDU-Bundesregierung befürwortete, übt er nun als Wirtschaftssenator die Rolle rückwärts und spricht von den Vorteilen des Atomausstiegs. „Traurig, aber wahr! Es brauchte erst eine Katastrophe wie Fukushima, dass deutlich wird: Die Laufzeitverlängerung der AKW war unnötig und die Energiewende ist zügig machbar!“, so das Fazit von Robert Werner.

Bei dem anschließenden „100 Sekunden“-Format, bei dem vier ausgewählte Sprecher die Möglichkeit erhalten, aktuelle Themen und Projekte vorzustellen, wurden den Gästen weitere interessante Impulse für Gespräche und Diskussionen gegeben.

Erste „100 Sekunden“-Sprecherin war beim neunten N Klub Dannie Quilitzsch von „Die Komplizen“. Sie gab Einblicke in das bundesweite Mentorenprogramm für Gymnasiasten, welches immer noch auf der Suche nach Unternehmen und Personen ist, die als Ratgeber Schülern Orientierungen für das Berufsleben geben sollen. Das Ziel ist es, Abbrecherquoten in Studium und Ausbildung zu verringern, Fachkräfte von morgen zielgerichtet zu unterstützen und die Durchlässigkeit des Bildungssystems zu erhöhen.

Als nächstes nutzte Mirco Beisheim vom Projekt „KEBAP – KulturEnergieBunkerAltonaProjekt“ die 100 Sekunden, um sein Engagement darzulegen. Das Projekt KEBAP setzt auf eine Neuausrichtung der Hamburger Energie- und Wärmeversorgung auf Basis regenerativer Erzeugungsarten. So soll beispielsweise der Schutzbunker in der Schomburgstraße in Altona in einen offenen KulturEnergieBunker umgebaut werden. Neben der Installation eines HHS-Kessels (HHS=Holzhackschnitzel), sollen kulturell nutzbare Räume geschaffen werden. „Unser Ziel ist es, Alternativen für die Wärmegewinnung aufzuzeigen und das Fernwärme-Monopol von Vattenfall zu brechen!“ so Mirco Beisheim.

Raphael Weyland, der sich als Rechtsanwalt in einer auf Umweltrecht spezialisierten Kanzlei und als Aktivist im Privatleben mit Umweltfragen, wie dem Mühlenberger Loch und dem Thema Fluss-Vertiefungen, auseinandersetzt, nutzte seine 100 Sekunden, um die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu betonen: „Nachhaltigkeit ist kein additives Nebeneinander der bekannten Nachhaltigkeitssäulen, sondern bedeutet eine Gesellschafts- und Wirtschaftsform, die dauerhaft und global lebbar ist.“ Gleichzeitig rief er jeden dazu auf, mehr Mutz zu zeigen radikale Entscheidungen zu treffen.

Als letzter ans Mikrofon trat Rolf de Vries von der Stiftung Zukunftsrat e.V.. Der Zukunftsrat Hamburg, der 1996 gegründet wurde und inzwischen über 110 Mitglieder zählt, ist eine offene Plattform bzw. ein öffentliches Forum von und für Institutionen, Verbände, Unternehmen und Initiativen, die im Sinne einer lokalen Agenda 21 für ein zukunftsfähiges Hamburg arbeiten wollen. Dabei mahnte Rolf de Vries, den Umgang mit der Stadt nicht zu scheuen, jedoch immer gut vorbereitet in die Interaktion zu gehen.

Zu den Gästen des neunten N Klub zählten unter anderem Katharina Fegebank (Landesvorsitzende der GAL), Christoph Wöhlke (Geschäftsführer Iwan Budnikowsky), Florian Vogel (Künstlerischer Leiter Deutsches Schauspielhaus), Hanna Poddig (Anti AKW Aktivistin), Stefan Gehrke (Marketing und Vertrieb Bios GmbH), Thomas Effenberger (Geschäftsführer Effenberger Vollkornbäckerei), Folke Sievers (General Manager vom Scandic Hamburg Emporio) und Marcel Eger (Spieler FC St. Pauli von 1910 e.V.).

Kurzinfo N Klub

Vier Mal im Jahr erhalten die Gäste aus den Bereichen Politik, Show, Gesellschaft, Mode, Wirtschaft und Sport beim N Klub die Gelegenheit bekommen, ihr Wissen und ihre Ideen zum Thema Zukunftsfähigkeit auszutauschen und gemeinsam voranzutreiben. Im Fokus steht dabei nicht der erhobene Zeigefinger, sondern vielmehr die Förderung des Austausches untereinander, insbesondere branchenübergreifend. Es soll nicht angeklagt, sondern aufgerüttelt werden, damit gemeinsam etwas bewegt werden kann!

Nachhaltigkeit kann auch durch Zukunftsfähigkeit erklärt werden und setzt ein Handeln voraus, das bestimmt wird vom Einklang der Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziologie. Eine Vielzahl von Firmen hat bereits erkannt, wie wichtig es ist, ihren unternehmerischen Einfluss verantwortungsvoll zu nutzen und einen Beitrag zum nachhaltigen Verhalten in der Wirtschaft, der Politik und der Gesellschaft zu leisten.

( 11.05.11 )