„Wenn es Hamburg gut geht, geht’s dem Norden gut“

Netzwerkveranstaltungen bedeuten oft trockene Gespräche und feuchte Händedrücke. Bei der 13. Ausgabe des Veranstaltungsformats „Hamburgs Spitzen“ konnte man Montagabend zumindest in Bezug auf die Gespräche das Gegenteil beobachten: angeregte Unterhaltungen, Gelächter und bunt gemischte Runden, die den Austausch offensichtlich genossen. Im Hotel Sofitel Hamburg Alter Wall trafen sich rund hundertfünfzig Geschäftsführer und leitende Köpfe Hamburgs und sprachen unter anderem über die wirtschaftliche Lage der Stadt.

Einen ersten Impuls für ihre Themen erhielten die Gäste durch den halbstündigen Bühnentalk, der von ZEIT-Hamburg-Redakteur Patrik Schwarz zum Thema „NordSpitzen blicken auf Hamburg“ moderiert wurde. Dabei zeigte sich das Talk-Trio aus Dr. Bernd Buchholz (Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein), Willi Lemke (Senator a.D. der Freien Hansestadt Bremen) und Lutz Marmor (Intendant des Norddeutschen Rundfunk) als wahre Fans des Nordens.

Die Talkgäste waren sich einig, dass Hamburg und der Rest des Nordens sich weder wirtschaftlich noch politisch trennen lassen. „Wenn es Hamburg gut geht, geht es dem Norden gut“, sagte Bernd Buchholz und erntete damit eifriges Nicken seiner Talkpartner. Eine Verbesserung der Schul- und Ausbildung zu erreichen, war vor allem Willi Lemke wichtig. „Da müssen wir eben Kohle in die Hand nehmen“, fand er. Einigkeit fanden die drei Gesprächspartner anschließend auch bei ihrem Willen zu Veränderung und mehr Verbundenheit im Norden. „Kein Wachstum ist keine Option“, unterstrich NDR-Intendant Lutz Marmor und fügte hinzu, dass man für Veränderungen allerdings immer auch Mut brauche. Ein gemeinsamer „Nordstaat“ sei zwar momentan nicht abzusehen, an einigen Stellen aber sicher eine gute Idee. Bernd Buchholz merkte an diesem Punkt an, dass die Not zur Veränderung momentan nicht groß genug sei. Partner suche man sich wie in der Wirtschaft oft erst, wenn man alleine nicht mehr weiter komme, und dieser Punkt sei noch nicht erreicht.

Mit besonders viel Applaus wurde eine Aussage von Lutz Marmor gewürdigt, die die Wichtigkeit der Demokratie unterstrich: „Wir alle müssen mehr eintreten für demokratische Grundrechte: Gewaltenteilung, unabhängige Gerichte, eine freie Presse,  unabhängige Medien. Das nehmen wir so hin, aber das ist keineswegs so sichergestellt, wie ich es geglaubt habe.“

Abschließend wünschten alle drei Talkgäste dem neuen Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher Mut und Glück für die bevorstehenden Aufgaben. Willi Lemke schloss mit einem Augenzwinkern und den Worten „euer neuer Bürgermeister kommt aus Bremen. Deshalb: viel Glück.“

Gefolgt waren die Gäste des Abends der Einladung der Gastgeber Dr. Thomas Brakensiek (Vorstandsmitglied Hamburger Volksbank), Claus Brandt (Niederlassungsleiter PricewaterhouseCoopers Hamburg), Ralf Martin Meyer (Polizeipräsident),  Bart Westerhout (General Manager Hotel Sofitel Hamburg Alter Wall), Jens Meier (Geschäftsführer Hamburg Port Authority) und Lars Meier (Geschäftsführer Gute Leude Fabrik).

Zum Programm des Formats „Hamburgs Spitzen“ gehört neben dem einleitenden Bühnentalk auch der sogenannte „Netzwerkpreis“. Dieses Mal durfte sich Anette Höjland (Illums Bolighus) darüber freuen. Gemeinsam mit Kai-Uwe Simon (Harry-Brot GmbH) nimmt sie in Kürze an einem Entscheider-Training der Firma „Im Cockpit“ teil. In einem Airline-Simulator lernen die Führungskräfte dabei richtig und eindeutig zu kommunizieren und darüber gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Es geht den Gestaltern des Trainings dabei vor allem darum, Führungsfähigkeiten herauszubilden und zu stärken.

Wir bedanken uns bei allen Gästen und Partnern und freuen uns schon auf die nächste Ausgabe der „Hamburgs Spitzen“