#SUMMASUMMARUM | 485

Moin aus der Schanze,

heute ist der 11. September. Vor 25 Jahren veränderten die Anschläge in New York die Welt – und auch Hamburg ist auf besondere Weise mit diesem Tag verbunden.

Deshalb schauen wir heute nach New York: ahoy Radio erinnert von 10 bis 19 Uhr mit persönlichen Geschichten, Erinnerungen und Gesprächen an den 11. September 2001. Und auch in Lars Guten Gedanken geht es um New York und Hamburg, um zwei Städte, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die doch mehr miteinander verbindet, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Daneben gibt es natürlich auch in dieser Woche einiges aus der Schanze zu erzählen: neue Podcasts, Kino, Radio, Berlin und jede Menge Gute Leude.

Und damit viel Freude mit unserem #SummaSummarum.


 
Gute Leude Podcast | Wie ist die Lage?

In der aktuellen Folge von „Wie ist die Lage?“ spricht Malika Rabahallah, Leiterin des Filmfest Hamburg, über die bevorstehende Festivalausgabe, den Besuch von Helen Mirren und die Bedeutung von Glanz und Glamour für Hamburg.

Außerdem erklärt sie, wie der Tag des freien Eintritts am 3. Oktober organisiert wird und warum sie damit auch Menschen ins Kino einladen möchte, die bisher noch nicht beim Filmfest waren. Thema sind zudem die Finanzierung des Festivals, das Binnenalster Filmfest und ihre Idee, den Elbtower als große Projektionsfläche für ein Open-Air-Kino zu nutzen.

Persönlich wird es bei ihrer Begeisterung für Dokumentarfilme, Fotografie und Karaoke. Malika Rabahallah erzählt außerdem, warum sie gern einmal ein Spiel des FC St. Pauli besuchen würde und was für sie echte Entspannung bedeutet. Hört rein. 

Neue Folgen gibt es jeden Freitag um 12 Uhr und samstags um 11 Uhr bei ahoy Radio sowie auf allen gängigen Streaming-Plattformen.

„Wie ist die Lage?“ – der wöchentliche Blick auf Hamburg mit Lars Meier und wechselnden Gästen aus Politik, Kultur und Wirtschaft.


 
Gute Leude Podcast | Culture Club

Wie viel Freiheit verträgt die Filmbranche noch? Wie politisch darf Kino sein? Und was braucht es, damit Menschen auch in Zukunft gemeinsam vor der großen Leinwand lachen, weinen und diskutieren? Kurz vor dem Start des FILMFEST HAMBURG dreht sich im neuen Culture Club alles um Film und Kino. Lars Meier spricht mit Produzentin Heike Wiehle-Timm, Filmfest-Leiterin Malika Rabahallah und Regisseur und Drehbuchautor Kilian Riedhof über eine Branche zwischen kreativer Freiheit, Quoten, Bürokratie und dem Wunsch, ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Dabei wird auch kontrovers diskutiert. „Publikumszugewandtheit ist sehr, sehr wichtig. Die darf aber nicht mit Gefälligkeit verwechselt werden“, sagt Kilian Riedhof. Heike Wiehle-Timm warnt davor, in unsicheren Zeiten immer beliebiger zu werden, und Malika Rabahallah wünscht sich angesichts der vielen Dystopien auf der Leinwand „ein bisschen mehr Hoffnung. Für Angst sind die anderen zuständig.“ Ein Gespräch über die Kraft des Kinos, mutiges Erzählen und die Frage, welche Geschichten unsere Gesellschaft gerade braucht.

Die neue Folge des Culture Clubs erscheint am Sonntag bei ahoy Radio und überall, wo es Podcasts gibt.


 
Gute Leude Podcast | Hubis Hafenschnack

In der neuen Folge von „Hubis Hafenschnack“ trifft Hubi auf Martin Wolfrat, Geschäftsführer von Art-Invest Real Estate und Leiter der Hamburger Niederlassung. Gemeinsam sprechen sie über seinen Weg vom Zimmermann über das Architekturstudium bis in die Immobilienbranche sowie über die Entwicklung des Alten Walls im Herzen Hamburgs.

Außerdem geht es um langfristige Stadtentwicklung, denkmalgeschützte Gebäude und Projekte wie Hammerbrooklyn. Martin erzählt, warum Art-Invest Real Estate Immobilien entwickelt und dauerhaft im eigenen Bestand hält und wie Kunst, Kultur und das Inter/Wall Festival dazu beitragen, die Hamburger Innenstadt lebendiger zu machen.

„Hubis Hafenschnack“ ist eine Kooperation der Gute Leude Fabrik mit SZENE HAMBURG und ahoy Radio. Neue Folgen erscheinen jeden zweiten Freitag.



Gute Leude Podcast | Hamburg Watt Nu?

Hamburg wird heißer – und das hat Folgen für unsere Gesundheit. Doch was bedeutet der Klimawandel ganz konkret für das Leben in der Stadt?
In dieser Folge von „Hamburg, watt nu?“ spricht Kristina Kara mit Dr. Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Institut und PD Dr. Jobst Augustin vom UKE über die gesundheitlichen Risiken steigender Temperaturen. Es geht um heiße Nächte und ihre Belastung für den Körper, um die Ausbreitung von Stechmücken und Krankheitserregern wie dem West-Nil-Virus und um die Frage, wann die Asiatische Tigermücke auch in Hamburg heimisch werden könnte.
Außerdem diskutieren die beiden Wissenschaftler, wie gut Hamburg auf kommende Hitzewellen vorbereitet ist, welche Rolle der Hitzeaktionsplan der Stadt spielt und wo es bei der Umsetzung noch Handlungsbedarf gibt.

Was muss Hamburg tun, um auch in heißeren Sommern eine gesunde und lebenswerte Stadt zu bleiben?

„Hamburg, watt nu?“ – der Podcast der Hamburger Energiewerke über die Zukunft unserer Stadt.


 
Gute Leude unterwegs | Deutscher Radio Preis

Ich liebe Radio.

Und gestern kamen viele Menschen aus ganz Deutschland zusammen, die Radio lieben und machen.

Deutscher Radiopreis im Hafen.

Dieses wunderbar unmittelbare Medium wurde gefeiert. Eine Stimme, ein Song, eine Geschichte – und plötzlich bleibt man hängen. Radio begleitet, informiert, überrascht, tröstet und macht verdammt gute Laune.

Gestern beim Radiopreis hatte ich einige dieser Momente, die ich so schnell nicht vergessen werde. Noch bevor es überhaupt losging, kamen immer wieder Menschen von anderen Sendern auf meinen Kollegen  Hannes Erdmann und mich zu und sagten uns, wie gerne sie Ahoy Radio hören, manche sogar, wie sehr sie unseren Sender lieben.

Ich stand da irgendwann und dachte: Wie geil ist das denn bitte? Die lieben uns nicht nur, sie sagen es uns – unter den Augen ihrer Chefs.

Wir sind nicht die Größten, haben nicht die dicksten Etats und machen bestimmt nicht alles perfekt. Aber wir machen Radio so, wie wir es selbst lieben: mit Menschen, mit Hamburg, mit Musik, mit Haltung und manchmal auch ein bisschen bekloppt.

Danke an Hannes, Maike und die besten Radio-Volos der Welt: Rahel und Jeanne.

Radio lebt. Und Ahoy Radio erst recht, weil wir es lieben und die Kolleginnen von den anderen Sendern offensichtlich auch. Danke für die vielen Momente, die uns dieses tolle Projekt beschert.



 Gute Leude unterwegs | „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“

Der Anlass für unsere Reise in die Hauptstadt war das Sommerfest der Landesvertretung Hamburg, zu dem Lars eingeladen war. Mit dabei: Tessa aus dem PR-Team und Martin aus dem Event-Team. Am Dienstagvormittag ging es für uns drei also von Hamburg aus mit dem Zug nach Berlin.

Nach der Ankunft stand zunächst ein Klassiker auf dem Programm: Schnitzel im Borchardt. Danach ging es zu Tim Renner, einem langjährigen Bekannten von Lars. Renner war Musikproduzent und später Berliner Staatssekretär für Kultur. Sein Büro liegt in einem denkmalgeschützten Gebäude aus DDR-Zeiten. Besonders spannend war, dass viele Elemente aus dieser Zeit bis heute erhalten geblieben sind – darunter die originalen Einbauschränke. Ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz und gleichzeitig ein ziemlich eindrucksvoller Einblick in die Geschichte des Hauses.

Anschließend führte uns unser Weg ins Bundesministerium der Finanzen zu Marcel Schweizer, der die Reden für Lars Klingbeil schreibt. Auch hier gab es mehr zu entdecken als nur einen weiteren Büroflur: Das Detlev-Rohwedder-Haus selbst ist ein bedeutender historischer Ort. Errichtet wurde es während der NS-Zeit, später spielte es in der Geschichte der DDR eine wichtige Rolle. Wir konnten sogar den Konferenzraum besichtigen, in dem unter Walter Ulbricht über den Bau der Berliner Mauer beraten wurde. Ein ziemlich besonderer Moment und ein Ort, der die deutsche Geschichte unmittelbar greifbar macht.

Bevor es am Abend zum eigentlichen Anlass unserer Reise ging, blieb noch Zeit für einen Meierlikör in Marcels Büro. Danach ging es zur Landesvertretung Hamburg und zum Sommerfest.

Dort trafen wir auf viele bekannte Gesichter aus der Hamburger Stadtgesellschaft, führten gute Gespräche und nutzten den Abend zum Austausch und Netzwerken. Dazu kam ein ausgesprochen vielfältiges kulinarisches Angebot, durch das wir uns im Laufe des Abends einmal quer durch die verschiedenen Stände probierten.

So wurde aus dem Besuch des Sommerfests kurzerhand ein ganzer Tag voller Begegnungen, spannender Einblicke und Berliner Geschichte – und für uns drei ein ziemlich abwechslungsreicher Ausflug aus dem Hamburger Agenturalltag.



 Lars Meier Management & PR | Zwischen Landgestüt, Stadion und Zeise Kino

Arnd Zeiglers Tourstart vergangenen Freitag war nur der Anfang. Auch wenn sein Auftritt im Landgestüt Warendorf von den vorherigen Regenströmen nicht ganz unbeeinflusst blieb, kam schnell richtig Stimmung auf. Das lag unter anderem an einem ganz besonderen Gast: Der Osnabrücker Schlagerstar und überzeugte VfL-Osnabrück-Fan Christian Steiffen schaute vorbei – und legte gemeinsam mit Arnd sogar noch eine kleine Gesangseinlage hin.

Gleich am nächsten Tag spielte Werder Bremen sein erstes Bundesliga-Heimspiel der Saison – mit Arnd wie gewohnt als Stadionsprecher. Dass dieses Spiel alles andere als gewöhnlich werden würde, merkte Arnd schnell, als plötzlich sein Mikrofon ausging und stattdessen die Stimme des ehemaligen Werder-Trainers Thomas Schaaf durch das Stadion schallte. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Vereins, Klaus Filbry, ehrte er Arnd unter tosendem Applaus der 40.000 Stadionbesucher*innen auf eine ganz besondere und liebenswerte Art für 25 Jahre als Stadionsprecher im Weserstadion.

Unter strengster Geheimhaltung ist es dem Verein gelungen, Arnd mit der Aktion zu überraschen. Als Erinnerung an diesen besonderen Moment – und vor allem an das vergangene Vierteljahrhundert – bekam er ein Sondertrikot und weitere Andenken überreicht. Danach blieb zum Glück eine tourfreie Woche, um sich von den Ereignissen zu erholen. In der kommenden Woche geht es jedoch weiter – alle seine Live-Termine findet ihr hier.

Auch an diesem Wochenende gibt es ein Spektakel zu sehen – allerdings in deutlich kleinerer Runde. Am Sonntag, den 13. September, wird um 13:45 Uhr im Zeise Kino eine besondere Vorstellung des frisch premierten Dokumentarfilms über die Band Oasis und ihre Comeback-Tour gezeigt: „Oasis: Don’t Look Back in Anger“.

Nur vier Tage nach der Premiere beim Filmfestival in Venedig setzen sich Lars Meier sowie Tonbandgerät-Musiker und Moderator Ole Specht zum Filmgespräch im Zeise Kino zusammen. Sie berichten unter anderem von ihren Erlebnissen bei den Oasis-Konzerten in Manchester und über ihre Beziehung als Superfans zu dieser legendären Band. Karten für die Vorstellung findet hier.


 ahoy Radio | New York, 25 Jahre danach

Am Freitag, den 11. September 2026, erinnert ahoy Radio von 10 bis 19 Uhr an die Anschläge von 2001 in New York. 

Wie wurden die Nachrichten damals bekannt? Welche Bilder haben sich eingeprägt? Und wie hat uns dieses Ereignis geprägt?

Zu Gast sind zwei Hamburger Medienmacher die damals über die Anschläge berichtet haben: Matthias Onkel für die MOPO und Jan Hofer für die ARD.

Der Trauma- und Notfalltherapeut Christian Lüdke erzählt, wie er nach den Anschlägen nach New York zurückkehrte, um Überlebende und Angehörige der Opfer zu betreuen.

Im Gespräch mit ahoy-Intendant Lars Meier sind außerdem die Filmemacherin Malika Rabahallah, Viva con Agua-Geschäftsführerin Agnes Fritz, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank und die Schauspielerin Jennifer Ehnert zu hören.

Musik, Erinnerungen und Sprachnachrichten erzählen von einer einzigartigen Stadt – und von einem Tag, der die Welt verändert hat.

Das Special ist diesen Freitag von 10 bis 19 Uhr bei ahoy Radio zu hören – live über die Webseite, die App und auch auf DAB+.


Gute Gedanken | Hamburg oder New York

Hamburg oder New York ? Und ….

Ich liebe beide Städte: Hamburg und New York. Und doch könnten sie unterschiedlicher kaum sein.

An Hamburg liebe ich die Geborgenheit, häufig auch die Ruhe, das viele Wasser. An New York liebe ich die Lebendigkeit, die Innovationskraft und vor allem den Mut, den diese Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner ausstrahlen.

So schrecklich der Anschlag auf das World Trade Center war, er hat auch gezeigt, welche Kraft in dieser Stadt steckt. Wie New York mit dieser Katastrophe umgegangen ist, wie die Menschen ihren Stadtteil wieder aufgebaut und ihre Stadt zurück ins Leben geholt haben. Es hat gedauert, keine Frage. Aber New York wächst, gedeiht und lässt sich nicht beirren. In seinem Mut, seiner Offenheit, seiner Freundlichkeit und seiner Lust auf Neues.

In New York findet man wahnsinnig schnell Freundinnen und Freunde. Manchmal für ein paar Jahre, manchmal für ein paar Tage und manchmal nur für einen Augenblick. Etwa wenn einem auf der Straße jemand zuruft, was für großartige Schuhe man trägt. In Hamburg würde sich der Gelobte vermutlich erst einmal misstrauisch umdrehen.

Diese kleinen Begegnungen gehören für mich zu New York. Menschen halten Türen auf, nehmen einander wahr, drängeln erstaunlich wenig in der U-Bahn. Obwohl New York in Filmen oft als laut, hektisch und anstrengend dargestellt wird, ist die Stadt für mich eine Quelle der Energie. Und der Central Park mittendrin eine Oase der Ruhe.

Zweimal im Jahr muss ich förmlich dorthin. Wenn ich zu lange nicht in New York war, fehlt mir etwas fast körperlich. Und jedes Mal ist es schön, zurückzukommen: die vertrauten Orte wiederzusehen und gleichzeitig garantiert etwas zu entdecken, das gestern noch nicht da war.
Und trotzdem freue ich mich jedes Mal wieder auf Hamburg.

Der 11. September 2001 hat eine furchtbare Verbindung zwischen diesen beiden Städten geschaffen. Plötzlich stand Hamburg auf der Weltkarte dieses Verbrechens, weil einige der Männer, die die Anschläge planten und verübten, zuvor hier gelebt hatten.

Aber diese Männer dürfen nicht die Verbindung zwischen Hamburg und New York definieren.
Denn es gibt eine viel stärkere Verbindung.

Beide Städte stehen mit festen Füßen auf dem Boden der Demokratie. Beide sind tolerant, vielfältig, international und kulturell bunt. Und beide können ziemlich deutlich werden, wenn jemand diese Werte angreift.

Manchmal laut auf der Straße, mit Zehntausenden bei Demonstrationen. Manchmal ganz still. Indem Menschen Haltung zeigen, widersprechen und einfach gerade bleiben.

New York hat Donald Trump hervorgebracht und lehnt seine Politik gleichzeitig mehrheitlich ab. Hamburg wiederum gehört zu den deutschen Großstädten, in denen die AfD vergleichsweise wenig Zustimmung findet.

Vielleicht ist das die schönste Gemeinsamkeit dieser beiden so unterschiedlichen Städte: Sie wissen ziemlich genau, wer sie sind und was sie nicht sein wollen.

Ansonsten könnten sie kaum verschiedener sein. New York erfindet sich ständig neu, manchmal in einem Tempo, bei dem man kaum hinterherkommt. Hamburg ist bedächtiger, ruhiger und manchmal auch ein bisschen zu langsam. Das stört mich oft. Aber manchmal ist genau diese Ruhe das, was ich brauche. Für die Hamburger Politik wäre jemand mit der Energie eines New Yorker Bürgermeisters Mamdani sicher ein Segen. Er agiert derzeit mit einer Energie, die ich bewundernswert finde.  Da wirken selbst Tjarks und Brosda etwas fusslahm.

New York treibt mich an. Hamburg holt mich wieder runter.
Die eine Stadt lässt mich schneller atmen. Die andere lässt mich durchatmen. Und vielleicht brauche ich genau deshalb beide.



 Netzfund der Woche

Daniel Günther, übernehmen Sie.
Ich hätte da eine Idee.
22 Prozent der Deutschen sagen, sie würden das Land verlassen, wenn die AfD die Bundesregierung übernimmt. Wenn dieser bundesweit erhobene Wert auch nur annähernd für Sachsen-Anhalt gilt, reden wir über rund 466.000 Menschen.
Lieber Daniel Günther: Nicht reden. Machen. Holen Sie diese Leute nach Schleswig-Holstein und gewinnen sie so sicher die Landtagswahl im April 2027.
Die Demokraten aus Sachsen-Anhalt müssen schließlich nicht gleich aus Deutschland auswandern. Das wäre doch übertrieben. Es reicht völlig, Sachsen-Anhalt zu verlassen. Schleswig-Holstein liegt am Meer, ist ebenfalls ein Flächenland und wird von einem Ministerpräsidenten regiert, der noch ganze Sätze sagen kann, ohne anschließend von seiner eigenen Partei zurückgepfiffen zu werden.
Die Kampagne liegt auf der Hand:
„Demokraten ans Meer“
Schleswig-Holstein hat heute knapp drei Millionen Einwohner. Mit 466.000 neuen Bürgerinnen und Bürgern wären es plötzlich rund 3,4 Millionen. Das Land würde auf einen Schlag um fast 16 Prozent wachsen.
Das ist keine Binnenwanderung mehr. Das ist eine Übernahme. Aber diesmal eine freundliche. Die Menschen bringen ihre Möbel sogar selbst mit.
Und vermutlich kommen genau diejenigen, die Schleswig-Holstein gut gebrauchen kann: Lehrerinnen, Ärzte, Pflegekräfte, Ingenieurinnen, Handwerker, Unternehmerinnen und Menschen, die nicht bei jeder schlechten politischen Entscheidung sofort „Volksverräter“ unter einen Facebook-Beitrag schreiben.
Gegen diesen Zustrom kann doch selbst die AfD in Schleswig-Holstein nichts haben. Es kommen schließlich Deutsche. Aus Deutschland. Mit deutschem Pass, deutscher Steuererklärung und vermutlich sogar einem ordnungsgemäß geführten Bonusheft beim Zahnarzt.
Deutscher wird es nicht.
Kein Visum, kein Sprachkurs, kein Asylverfahren. Höchstens ein Einführungskurs in Fischbrötchen, Windkraft und die Frage, warum auf Sylt inzwischen mehr Münchner als Möwen leben.
Auch finanziell wäre das ein Riesengeschäft. Hunderttausende neue Arbeitnehmerinnen, Unternehmer und Steuerzahler würden Schleswig-Holstein wirtschaftlich nach vorn bringen. Die kleine Northvolt-Pleite wäre komplett vergessen. Ein Land, das heute selbst noch Geld aus dem Finanzkraftausgleich erhält, könnte plötzlich so gut dastehen, dass es einzahlen muss.
Ich gebe zu: Das sollte Daniel Günther im Wahlkampf lieber nicht zu laut sagen. Demokratische Haltung ist eine schöne Sache. Aber beim Länderfinanzausgleich hört der Spaß bekanntlich auf.
Das wirklich Großartige passiert allerdings in Sachsen-Anhalt. Dort blieben nur noch etwa 1,65 Millionen Menschen zurück. Das Land würde damit sogar eine seiner vier Stimmen im Bundesrat verlieren.
Man muss sich das einmal vorstellen: Die AfD gewinnt eine Wahl so deutlich, dass das eigene Bundesland anschließend in Berlin weniger zu sagen hat.
Das ist echte politische Gestaltungskraft. Andere Parteien verlieren Stimmen bei Wahlen. Die AfD verliert sie danach.
Daniel Günther muss sich allerdings beeilen. Am 18. April 2027 wird in Schleswig-Holstein gewählt. Wer mitwählen will, muss spätestens am 7. März dort wohnen. Günther bleiben also ziemlich genau sechs Monate, um 466.000 Menschen Richtung Norden zu bringen.
Das sind rund 2.600 Neu-Schleswig-Holsteiner am Tag.
Wir brauchen also Sonderzüge, Busse und eine sehr lange Kolonne auf der A2 und A7. Die Deutsche Bahn müsste dabei pünktlich fahren. Das ist zugegebenermaßen der unrealistischste Teil meines gesamten Vorschlags.
Am Magdeburger Hauptbahnhof könnte Daniel Günther persönlich stehen und Begrüßungspakete verteilen: eine Regenjacke, ein Fischbrötchen und die Telefonnummer eines Immobilienmaklers mit abgeschaltetem Handy.
Die AfD müsste danebenstehen und klatschen. Schließlich passiert genau das, was sie ständig fordert: Deutsche Fachkräfte werden bevorzugt, es gibt keinerlei Probleme mit Pässen und niemand muss integriert werden. Außer vielleicht in Dithmarschen. Aber das gilt dort auch für Menschen aus Kiel.
Natürlich wählen die Neuankömmlinge nicht alle automatisch CDU. Das ist das Ärgerliche an Demokratinnen und Demokraten: Sie machen am Ende, was sie wollen. Es gibt für den Umzug keine Wahlpflicht und für Daniel Günther kein demokratisches Bonusheft: zehn Sachsen-Anhalter geholt, eine Stimme gratis. Eins ist sicher: Die AfD würde keine neuen Wählerinnen gewinnen.
Aber es könnten genügend Menschen sein, die sagen: Der Günther hat nicht nur geredet. Der hat uns geholt. Der hat aus einem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ein Konjunkturprogramm für Schleswig-Holstein gemacht.
Während die Bundes-CDU noch darüber diskutiert, wie hoch und wie feuerfest die Brandmauer sein muss, macht Daniel Günther einfach die Tür auf.
Sachsen-Anhalt verliert Menschen, Fachkräfte, Steuereinnahmen, Wirtschaftskraft und eine Stimme im Bundesrat. Schleswig-Holstein gewinnt alles.
Die AfD hätte damit tatsächlich ihre Remigration.
Nur andersherum.
Und das wäre doch die schönste Pointe dieses ganzen Elends: Die AfD gewinnt Sachsen-Anhalt – und Schleswig-Holstein wird stärker.

 Daniel Günther, übernehmen Sie. Es sind nur noch sechs Monate. Und 466.000 Umzugskartons. Bitteschön. Danke.


Eure

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