Moin, moin aus der Fabrik

Wir haben immer ein offenes Ohr. Brandheiße News unserer Kundinnen und Kunden, spannende Anregungen zum Hören oder Lesen, Neues aus unserer wunderschönen Stadt und exklusive Einblicke hinter die Türen der Fabrik teilen wir wöchentlich in unserem SummaSummarum. Was wir mögen, worauf wir uns freuen, was Hamburg für uns liebenswert macht und was auf keinen Fall verpasst werden sollte, verraten wir monatlich in unseren Lieblingen. Und wir mischen uns ein, zeigen Haltung und haben eine Meinung. Auch das, was wir zu sagen haben, findet ihr in dieser Rubrik.

ahoy Radio widmet 9/11 einen ganzen Sendetag

Hamburg, 10. September 2026 – Am 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 sendet ahoy Radio einen Thementag zu 9/11. Am Freitag, den 11. September, von 10 bis 19 Uhr, blickt der Sender auf die Ereignisse, ihre Folgen und ihre kulturelle Wirkung.

Ein Höhepunkt des Tages ist das Gespräch, das ahoy-Intendant und NYC-Liebhaber Lars Meier von 15 bis 17 Uhr mit prominenten Hamburger Persönlichkeiten mit New-York-Bezug führt: mit dabei sind Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, der ehemalige ARD-Nachrichtensprecher Jan Hofer, Schauspielerin Jennifer Ehnert sowie Agnes Fritz, zentrale Figur bei Viva con Agua und der Millerntor Gallery. Ebenso Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, Justizsenatorin Anna Gallina und Dr. med. Sara Sheikhzadeh, Vorständin der Asklepios Kliniken und Traumatherapeut Dr. Christian Lüdke, der den Anschlag selbst miterlebt hat.

Im Mittelpunkt des Tages stehen außerdem persönliche Erinnerungen: Den ganzen Sendetag über berichten Hamburger*innen, wo sie an diesem Tag waren und wie sie das Geschehen erlebt haben. Von 10 bis 12 Uhr blickt das Zehn Uhr Mittags-Special auf den 11. September 2001 zurück, unter anderem im Interview mit Matthias Onken, damals MOPO-Reporter vor Ort. Von 12 bis 13 Uhr spricht der Podcast „Wie ist die Lage“ mit Filmfest Chefin Malika Rabahallah zum Thema.

Von 13 bis 15 Uhr wirft Musikredakteurin Maike einen Blick auf 50 Jahre New Yorker Musikgeschichte, von Bob Dylan über Velvet Underground und Blondie bis zu heutigen Indie-Größen wie The National oder Vampire Weekend.

Den Abschluss bildet von 17 bis 19 Uhr ein zweistündiges Anker-Special mit Hannes und Jan, das sich ganz dem Hip-Hop aus New York widmet, seiner Entstehung, seinen Protagonisten und seinem einzigartigen Sound.

 

Der Zeitplan im Überblick:

10–12 Uhr: Zehn Uhr Mittags-Special

12–13 Uhr: Podcast „Wie ist die Lage“

13–15 Uhr: 50 Jahre Musikgeschichte NYC

15–17 Uhr: Lars Meier im Gespräch mit Katharina Fegebank, Jan Hofer, Jennifer Ehnert und Agnes Fritz

17–19 Uhr: Anker-Special Hip-Hop aus New York

Daniel Günther, übernehmen Sie

Ich hätte da eine Idee.

22 Prozent der Deutschen sagen, sie würden das Land verlassen, wenn die AfD die Bundesregierung übernimmt. Wenn dieser bundesweit erhobene Wert auch nur annähernd für Sachsen-Anhalt gilt, reden wir über rund 466.000 Menschen.

Lieber Daniel Günther: Nicht reden. Machen. Holen Sie diese Leute nach Schleswig-Holstein und gewinnen sie so sicher die Landtagswahl im April 2027. 

Die Demokraten aus Sachsen-Anhalt müssen schließlich nicht gleich aus Deutschland auswandern. Das wäre doch übertrieben. Es reicht völlig, Sachsen-Anhalt zu verlassen. Schleswig-Holstein liegt am Meer, ist ebenfalls ein Flächenland und wird von einem Ministerpräsidenten regiert, der noch ganze Sätze sagen kann, ohne anschließend von seiner eigenen Partei zurückgepfiffen zu werden.

Die Kampagne liegt auf der Hand: „Demokraten ans Meer“

Schleswig-Holstein hat heute knapp drei Millionen Einwohner. Mit 466.000 neuen Bürgerinnen und Bürgern wären es plötzlich rund 3,4 Millionen. Das Land würde auf einen Schlag um fast 16 Prozent wachsen.

Das ist keine Binnenwanderung mehr. Das ist eine Übernahme. Aber diesmal eine freundliche. Die Menschen bringen ihre Möbel sogar selbst mit.

Und vermutlich kommen genau diejenigen, die Schleswig-Holstein gut gebrauchen kann: Lehrerinnen, Ärzte, Pflegekräfte, Ingenieurinnen, Handwerker, Unternehmerinnen und Menschen, die nicht bei jeder schlechten politischen Entscheidung sofort „Volksverräter“ unter einen Facebook-Beitrag schreiben.

Gegen diesen Zustrom kann doch selbst die AfD in Schleswig-Holstein nichts haben. Es kommen schließlich Deutsche. Aus Deutschland. Mit deutschem Pass, deutscher Steuererklärung und vermutlich sogar einem ordnungsgemäß geführten Bonusheft beim Zahnarzt.

Deutscher wird es nicht.

Kein Visum, kein Sprachkurs, kein Asylverfahren. Höchstens ein Einführungskurs in Fischbrötchen, Windkraft und die Frage, warum auf Sylt inzwischen mehr Münchner als Möwen leben.

Auch finanziell wäre das ein Riesengeschäft. Hunderttausende neue Arbeitnehmerinnen, Unternehmer und Steuerzahler würden Schleswig-Holstein wirtschaftlich nach vorn bringen. Die kleine Northvolt-Pleite wäre komplett vergessen. Ein Land, das heute selbst noch Geld aus dem Finanzkraftausgleich erhält, könnte plötzlich so gut dastehen, dass es einzahlen muss.

Ich gebe zu: Das sollte Daniel Günther im Wahlkampf lieber nicht zu laut sagen. Demokratische Haltung ist eine schöne Sache. Aber beim Länderfinanzausgleich hört der Spaß bekanntlich auf.

Das wirklich Großartige passiert allerdings in Sachsen-Anhalt. Dort blieben nur noch etwa 1,65 Millionen Menschen zurück. Das Land würde damit sogar eine seiner vier Stimmen im Bundesrat verlieren.

Man muss sich das einmal vorstellen: Die AfD gewinnt eine Wahl so deutlich, dass das eigene Bundesland anschließend in Berlin weniger zu sagen hat.

Das ist echte politische Gestaltungskraft. Andere Parteien verlieren Stimmen bei Wahlen. Die AfD verliert sie danach.

Daniel Günther muss sich allerdings beeilen. Am 18. April 2027 wird in Schleswig-Holstein gewählt. Wer mitwählen will, muss spätestens am 7. März dort wohnen. Günther bleiben also ziemlich genau sechs Monate, um 466.000 Menschen Richtung Norden zu bringen.

Das sind rund 2.600 Neu-Schleswig-Holsteiner am Tag.

Wir brauchen also Sonderzüge, Busse und eine sehr lange Kolonne auf der A2 und A7. Die Deutsche Bahn müsste dabei pünktlich fahren. Das ist zugegebenermaßen der unrealistischste Teil meines gesamten Vorschlags.

Am Magdeburger Hauptbahnhof könnte Daniel Günther persönlich stehen und Begrüßungspakete verteilen: eine Regenjacke, ein Fischbrötchen und die Telefonnummer eines Immobilienmaklers mit abgeschaltetem Handy.

Die AfD müsste danebenstehen und klatschen. Schließlich passiert genau das, was sie ständig fordert: Deutsche Fachkräfte werden bevorzugt, es gibt keinerlei Probleme mit Pässen und niemand muss integriert werden. Außer vielleicht in Dithmarschen. Aber das gilt dort auch für Menschen aus Kiel.

Natürlich wählen die Neuankömmlinge nicht alle automatisch CDU. Das ist das Ärgerliche an Demokratinnen und Demokraten: Sie machen am Ende, was sie wollen. Es gibt für den Umzug keine Wahlpflicht und für Daniel Günther kein demokratisches Bonusheft: zehn Sachsen-Anhalter geholt, eine Stimme gratis. Eins ist sicher: Die AfD würde keine neuen Wählerinnen gewinnen. 

Aber es könnten genügend Menschen sein, die sagen: Der Günther hat nicht nur geredet. Der hat uns geholt. Der hat aus einem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ein Konjunkturprogramm für Schleswig-Holstein gemacht.

Während die Bundes-CDU noch darüber diskutiert, wie hoch und wie feuerfest die Brandmauer sein muss, macht Daniel Günther einfach die Tür auf.

Sachsen-Anhalt verliert Menschen, Fachkräfte, Steuereinnahmen, Wirtschaftskraft und eine Stimme im Bundesrat. Schleswig-Holstein gewinnt alles.

Die AfD hätte damit tatsächlich ihre Remigration.

Nur andersherum.

Und das wäre doch die schönste Pointe dieses ganzen Elends: Die AfD gewinnt Sachsen-Anhalt – und Schleswig-Holstein wird stärker.

Daniel Günther, übernehmen Sie. Es sind nur noch sechs Monate. Und 466.000 Umzugskartons. 

Bitteschön. Danke.